Wissenswert

Zahnarzt Lexikon

Abformung
Eine Abformung bezeichnet den Vorgang zur Herstellung eines Abdrucks Ihrer Zähne und Teile des Kiefers mit Hilfe plastischer Abformmassen zur Negativform (Alginate, Silikon, Polyäther, Gips, Wachs, etc.). Diese Gebissabdrücke werden vom Zahntechniker mit Spezialgips oder Kunststoff zur Positivform, dem Meistermodell, ausgegossen. Darauf wird nun der Zahnersatz angefertigt. Die Abformung wird auch Zahnabdruck oder Gebißabdrücke genannt.

Air-Flow System
Gerät, das ein Salz (Natriumcarbonat) mit Wasser und Luft durch Druck auf die Zähne bringt und damit z.B. Nikotin-, Tee-, Kaffee-, und Nahrungsreste entfernt. Zahnschmelz und Dentin werden nicht angegriffen. Ein „Minisandstrahler“. Eine anschließende Politur ist nötig. Es gibt verschiedene Anbieter von sogenannten Air Flow Geräten.

Allergie
Überempfindlichkeit gegen bestimmte Stoffe, zum Beispiel gegen Materialien, aus denen Zahnersatz oder Zahnfüllungen hergestellt wurden.

Amalgame
Amalgam ist eine metallische Legierung aus Silber (mindestens 65%), Zinn (bis zu 29%) und Quecksilber (bis zu 3%). Weiterhin enthält es geringe Anteile von Kupfer, Zink und Eisen. In der Zahnmedizin wird Amalgam als Füllungsmaterial bei Zahnschäden durch Karies verwendet.

Backenzähne
Seitenzähne. Es ist die zusammenfassende Bezeichnung für Prämolaren und Molaren. Alle Zähne hinter den Eckzähnen.

Bruxismus
Mahlende Bewegungen und Parafunktionen der Zähne von Ober- und Unterkiefer im Schlaf bei Stress, oder bedingt durch schlecht sitzenden Zahnersatz, mit Drücken von weit über 100 kg. Der Oberbegriff für diese Bewegungen nennt sich auch Bruxismus. Man schädigt bei dauerhaftem Knirschen die Zahnoberfläche und lockert ganze Zahnreihen. Dieses muskuläre Fehlverhalten führt zu krankhaften Veränderungen des Kiefergelenks und Abbau des Parodontium. Abhilfe schaffen Knirscherschiene, Aufbissschiene und Miniplastschiene.

Brücken
Festsitzender Zahnersatz aus einem Metallgerüst oder Zirkonoxid, der eine entstandene Lücke zwischen zwei oder mehr beschliffenen Zähnen (Pfeilerzähne) überbrückt und vom Restgebiss (Ankerzahn) gestützt wird. Voraussetzung hierfür ist das Vorhandensein stabiler Randzähne, an denen die Brückenenden durch eine Überkronung fixiert werden können. Dieses Brücken verbleiben dauerhaft (nicht abnehmbar) im Mund, sie werden verklebt oder auch mit Dentalzement fixiert.

CEREC
(Ceramic Reconstruction) Gerät, nach einem optischen Abdruck mit einer 3D-Videokamera kann in einer Behandlungssitzung ein Inlay, eine Krone, eine Teilkrone, eine Brücke oder ein Veneer hergestellt werden.

Dental Labor
Dental-Labor, Dentallabor, Zahntechnisches Labor, Zahnlabor, Zahntechnikerlabore. Herstellungsort von Zahnersatz jeder Art

Dentin
Knochenähnliche Substanz – auch Zahnbein genanntes verkalktes Sekretionsprodukt der Odontoblasten. Das Dentin besteht zu ca. 20% aus organischem Kollagen und zu ca. 70% aus anorganischem Material wie Kalziumhydroxylapatit und Phosphat. Der Restanteil von ca. 10% ist Wasser. Dentin ist die Hauptmasse des Zahns und umschließt das Zahnmark

Folsäure
Die Folsäure gehört zur Gruppe der B-Vitamine (B2-Komplex), spielt eine Schlüsselrolle bei lebenswichtigen Vorgängen in unserem Körper und ist für alle Wachstums- und Entwicklungsprozesse wichtig (verringert bei Ungeborenen deutlich die Bildung von Gaumenspalten). Weiterhin senkt die Folsäure den gefäßschädigenden Homocysteinspiegel im Blut und trägt zu einer verbesserten Hirnleistung bei

Gingivitis
Entzündung des Zahnfleisches (Gingiva). Ausgelöst durch Bakterien, die den Grenzbereich zwischen Zahn und Zahnfleisch besiedeln, Giftstoffe produzieren und in das Zahnfleischgewebe eindringen. Erkennbar an der starken Rötung, Schwellungen und der Blutung bei Druckkontakt.

Haftmittel
Haftmittel (Prothesenkleber) werden für Zahnprothesen verwandt, um diesen einen besseren Sitz und Halt zu geben. Sie erhöhen den Tragekomfort und geben dem Träger Sicherheit durch die luftdichte Polsterung zwischen Zahnfleisch und Prothese. Diese Haftcremes verhindern weitgehend, dass Speisereste und Luft unter die Prothese gelangen.

Heil- und Kostenplan
Den Heil- und Kostenplan, kurz HKP, erstellt der Zahnarzt für neuen Zahnersatz und sollte so detailliert wie möglich sein. Dieser wird unterteilt in Kassenleistungen und Eigenanteil und zeigt an, welche Art und Umfang von Zahnersatz der Zahnarzt für den Patienten plant.

Inlay
Füllung des kariesfreien und speziell präparierten Zahnloches durch Gold oder Keramik. Wird ausschliesslich vom Zahntechniker angefertigt.

Intraoralkamera
Elektronische Kamera die Videoaufnahmen im Mund macht. Der Patient kann sein Mundinneres sehen.

Kariesprophylaxe
Cirka 97 Prozent der deutschen Bevölkerung sind von Karies betroffen, die jedoch nicht angeboren ist, sondern mit ein paar Regeln deutlich eingedämmt werden kann. Neben den bekannten mechanischen Zahnputzmethoden gibt es auch einen ernährungsspezifischen Aspekt. Der Konsum von Petersilie, Zwiebeln (Sulfide), Käse (Milchsäure) und ausreichend Wasser hilft, gegen Streptococcus mutans- den Kariesverursacher- vorzubeugen.

Keramik
Ein Werkstoff, der in der Zahntechnik für die Herstellung von Zahnersatz oder Inlays verwendet wird. So werden die sichtbaren Bereiche der Metallgerüste mit Keramik verblendet, damit diese zahnfarben und ästhetisch erscheinen. Die Dentalkeramik besteht aus Quarz, Mineralien und Kristallen und ist abriebs- und verfärbungssicher. Die Massenanteile der zahntechnischen Dental-Keramik sind Feldspat 60-80%, Quarz (Siliciumoxid) 15-20% und Kaolin (Porzellanerde) bis 5%.

Kiefergelenk
Die gelenkige Verbindung des Unterkiefers mit der Schädelbasis. Das Kiefergelenk ist ein kombiniertes Dreh-Gleitgelenk. Die Drehbewegung erfolgt allerdings nur auf den ersten 15-20 mm der Öffnungsbewegung.

Milchzähne
Die ersten 20 Zähne im menschlichen Milchgebiss entstehen ab der sechsten bis achten Woche vor der Geburt und werden Milchzähne genannt. Der Zahndurchbruch beginnt mit dem Erscheinen der zentralen Schneidezähne im Unterkiefer (im Alter von acht Monaten) und dauert, bis im Alter von sechs Jahren die ersten bleibenden Backenzähne erscheinen.

Mundwasser
Mischung von leicht desinfizierenden Substanzen unter Zusatz von geschmackskorrigierenden Mitteln (Öle, Aromen). Verleiht einen frischen Atem, trägt aber nicht zur Reduzierung von Zahn- und Zungenbelägen bei. Auch als Mundspray erhältlich.

Narkose
Narkose oder Vollnarkose ist bei der normalen Zahnbehandlung eher selten und wird bei kleinen Kindern oder bei extremen Angstpatienten angewendet und nur in Ausnahmefällen von der Krankenkasse bezahlt. Bei größeren chirurgischen Eingriffen, behinderten Menschen oder überängstlichen Patienten wird jedoch eine Behandlung in Vollnarkose empfohlen.

Oberflächenanästhesie
Ohne Spritze, die Mundschleimhaut wird mit einem betäubenden Medikament benetzt (z.B. Spray). Wird häufig vor Setzen der Spritze gemacht um den Einstichschmerz zu verhindern.

Parodontologie
Parodontologie ist die Lehre der Funktionsweise (Physiologie), der Vorbeugung und der Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Parodont). Behandlung der Zahnfleischerkrankungen und Erkrankungen des Zahnhalteapparats (Gingivitis – Zahnfleischentzündung, Parodontitis – Zahnbettentzündung), die sowohl altbewährte als auch neueste chirurgische Methoden umfasst, wie z.B. die gesteuerten Zellgeweberegenerationen des Parodonts.

pH-Wert
Der pH-Wert in der Mundhöhle wird normalerweise durch den pH-Wert des Speichels bestimmt. Dieser bewegt sich um den Neutralpunkt von pH = 7,0 (Normalbereich pH = 6,0 – 7,5). Wird den Mundbakterien Zucker zugeführt, so bauen sie diesen unter Energiegewinn zu Säuren ab. Dann sinkt der Wert in der Mundhöhle ab. Liegt er unter pH = 5,6, überwiegt die Demineralisation (Auflösung oder Zahnschmelzerweichung) des Zahnschmelzes gegenüber der Remineralisation (Einbau von Mineralstoffen). Viele solcher Säureangriffe führen zu deutlichen Schäden der Zahnoberflächenstruktur. Zur Neutralisierung des pH-Werts nach dem Essen genügen neben speziellen Zahnpflegekaugummis bereits ein paar Erdnüsse oder etwas Käse.

Prophylaxe
Ein grundlegender Bestandteil der Prophylaxe ist selbstverständlich die tägliche Zahnpflege. Mit einer regelmäßigen Vorsorge bleiben Zähne und Zahnfleisch dauerhaft gesund, schädliche Auswirkungen auf den Organismus können rechtzeitig verhindert werden.

PZR
PZR ist die Abkürzung für „Professionelle Zahn-Reinigung“, die in der Zahnarztpraxis entweder vom Zahnarzt oder von speziell dafür ausgebildetem Fachpersonal erfolgt.

Schutzschiene
Das Risiko, bei sportlichen Aktivitäten eine Zahnverletzung zu erleiden, ist ohne Mundschutz bis zu 60 mal höher. In etwa 80% aller Fälle werden die oberen Schneidezähne verletzt. Ein Sportmundschutz wird nach Abformungen beider Kiefer individuell im Zahnlabor angefertigt, weist eine sehr hohe Passgenauigkeit auf und ermöglicht dadurch ein bequemes und störungsfreies Tragegefühl. Es werden je nach Sportart für jeden Kiefer einzelne, oder auch zusammengefügte Schutzschienen angefertigt.

Veneers
Um Veneers anzufertigen, wird nur eine dünne Schicht (ca. 0,5 mm) von der Zahnoberfläche (meist die sichtbare Aussenseite) abgetragen. Veneers können entweder mit verschiedenen Keramikmassen individuell modelliert und im Keramikofen gebrannt, gepresst, oder durch computergesteuerte Fräsmaschinen aus einem Rohling herausgefräst werden. Anschließend werden die grazilen Verblendschalen auf die beschliffenen Zahnflächen mit der Adhäsivtechnik geklebt.

Wurzelbehandlung
Behandlung des Wurzelkanals: Entfernung der entzündeten oder infizierten Pulpa, Reinigung und Erweiterung des Wurzelkanals; anschliessend Füllung und Abdichtung des entstandenen Hohlraums.

Zahnersatz
Um die volle Funktion des Gebisses aufrecht zu erhalten, wird Zahnersatz nötig, der die Aufgaben verloren gegangener Zähne hinsichtlich Kaufunktion und Sprachbildung übernimmt. Die Anzahl der fehlenden Zähne legt dabei verschieden mögliche Sanierungssysteme fest. Die Möglichkeiten je nach Indikation reichen vom Einzelzahnimplantat zur Brücke bis hin zum Totalen Prothesenersatz.